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Schlammschlacht im Taunus
Zwei Stunden
Night-Rider 2010
Startnummer
Tiefhängende Wolkenfetzen ziehen bei 15 Grad Außentemperatur über den südlichen Taunus. Leichter Nieselregen empfängt uns, als wir in Wiesbaden-Rambach ankommen. Im Internet haben wir die Ausschreibung zum 4. Night-Rider MTB-Rennen gelesen und uns spontan entschlossen daran teilzunehmen. Bei dieser Veranstaltung gibt es zwei Möglichkeiten um sich im Gelände mit dem MTB auszutoben.
MTB Duo
V.r.n.l.: Mandy Rodriguez (Lizzy) und Timo Rokitta vor dem Start.
Wir haben uns für das Zweistunden-Rennen entschieden, das um 13.00 Uhr startet. 36 furchtlose Mountainbiker stehen dann auch pünktlich am Start. Kaum gibt der Rennleiter das Startsignal, stürzen sich die schnellsten der Biker, wie lebensmüde Kamikazeflieger, den ersten Berg hinunter. Ganz ungefährlich ist das nicht, nasses Laub und eine sich unvermittelt zuziehende Rechtskurve bremsen so manchen in seinem Übermut.
Nach zwei kleinen Schlaglöchern geht es einen kleinen, aber heftigen Anstieg hoch. Hier kommt auf dem fünf Kilometer Rundkurs das kleinste Kettenblatt zum Einsatz. Danach wird der inzwischen richtig schlammige Weg wieder etwas flacher. Dann führt uns ein Singletrail durch aufgeweichten Waldboden leicht bergauf.
Startnummer
Nach einem Abzweig glaubten wir das Schlimmste überstanden zu haben, doch weit gefehlt, der tiefe Boden klebt wie Kaugummi an den Reifen und zieht uns die Kraft förmlich aus den Beinen. Nach knapp drei Kilometern ist der höchste Punkt des Rundkurses erreicht. Jetzt erst einmal Luft schnappen und einen Schluck Wasser aus der Trinkflasche nehmen. Die Anstrengung fährt den Puls in den roten Bereich hoch. Über einen mit Schlaglöchern und nassem Laub gespickten Weg geht bergab. Auf diesem nicht ganz ungefährlichen Streckenabschnitt erreichen wir Geschwindigkeiten von über 40 km/h. Drei abschüssigen Kurven sind tief verschlammt und nur mit viel Geschick gelingt es hier auf der Ideallinie zu bleiben. Die rasante Schussfahrt wird erst von einer Schikane gebremst, die der Veranstalter kurz vor dem Ziel aufgebaut hat.
Einmal dampfstrahlen bitte?
Ein lauter Piepton, ausgelöst vom Transponder, signalisiert die nächste Runde. Fast genau 15 Minuten habe ich für die Runde gebraucht, also betrug meine Durchschnittsgeschwindigkeit gerade mal 20km/h.
Runde um Runde, Schlammloch um Schlammloch und Downhill um Downhill vergehen wie im Flug. Ich rechne mir aus, dass ich an die acht bis neun Runden schaffen werde. Nach der achten Runde steht der Timer des Veranstalters auf 0.00 Uhr und ich rolle geschafft durchs Ziel. Meine Vorfreude auf eine heiße Dusche wird jedoch jäh unterbrochen als mir die Zeitnehmer zurufen: „Auf, jetzt noch eine Runde“!
Anscheinend habe ich vor lauter Hektik das mit den zwei Stunden nicht richtig verstanden. Nun stürze ich mich ein letztes Mal die Abfahrt hinunter und ziehe wie in Trance die Steilstücke hoch.
verdreckt
Mit vollem Risiko im Zielschuss gelingt es mir noch meine Zeit um 16 Sekunden zu verbessern. Lizzy, die ich zweimal überrunden konnte, kommt zwei Minuten nach mir ins Ziel. Völlig verdreckt und leicht frierend stehen wir im Ziel, als der Streckensprecher zur Siegerehrung ruft. Zuerst dachten wir, wir haben uns verhört. Tatsächlich schafft Lizzy bei ihrem ersten MTB Rennen einen dritten Platz.
Pokal
Bikes
Ergebnisse 4. Night-Rider MTB-Marathon
Text und Fotos: Timo Rokitta